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Ein Stapel Tageszeitungen

Wohnwerkstatt Großwinternheim

Rund 40 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an einer Großwinternheimer Wohnwerkstatt, welche im Rahmen der „Dorfentwicklung Großwinternheim“ stattfand. Die Teilnehmer waren dazu eingeladen, verschiedene Perspektiven zu den Themen Wohnen und Wohnraum kennenzulernen und die zukünftige Entwicklung der Wohnsituation zu diskutieren. Kristina Oldenburg von Kokonsult freute sich über die rege Teilnahme und stellte zu Beginn kurz die bisherigen Veranstaltungen in Großwinternheim vor.

In seiner Begrüßung machte Oberbürgermeister Ralf Claus deutlich, welche Bedeutung er dem Thema beimisst: „Das Thema Wohnen genießt im Stadtrat oberste Priorität.“ Ingelheim sei als hochattraktiver Standort im Rhein-Main-Gebiet mit stetig steigenden Grundstückspreisen konfrontiert und müsse zugleich auf demografische Faktoren und neue Flächenbedarfe reagieren. „Zudem würden einige der rund 12.000 Einpendler nur zu gern nach Ingelheim ziehen“, gibt Claus ein Beispiel für die Herausforderungen der Stadtverwaltung.

Philipp Laur, Leiter des Amtes für Bauen und Planen, stellte im Anschluss einige Besonderheiten der Wohnflächen Großwinternheims vor. So erläuterte er anhand einer Karte die historischen „Wachstumsspuren“ der unterschiedlichen Wohnflächen, die es bei der Weiterentwicklung des Dorfes zu berücksichtigen gelte.

Eigens aus Kusel war Michael Hoffers angereist, um vom dort realisierten Projekt „Wohnerei“ zu berichten. Es handelt sich dabei um ein genossenschaftlich organisiertes Wohnprojekt. Die Bewohner des fast ausschließlich aus Holz gebauten Mehrparteien-Hauses sind Eigentümer und Mieter zugleich und leben basisdemokratisch zusammen. „Unsere Vision war es, Wohnraum zu schaffen, in dem alle Bewohner autonom und zugleich brüderlich und schwesterlich zusammenleben“, beschreibt Hoffers die Idee hinter der „Wohnerei“, die seit 2015 existiert und derzeit 18 Menschen beherbergt.

Mit dieser Anregung im Hinterkopf bildeten die Teilnehmer Gruppen, um sich zu verschiedenen Schwerpunktthemen auszutauschen. Aus der Gruppe „Wohnen bleiben in Großwinternheim“ kamen Impulse, die ein ganzheitliches Herangehen an das Thema Wohnen forderten: „Ohne Gastronomie, Grünflächen und Aufenthaltsorte wäre unser Ort, gerade für Ältere, deutlich weniger lebenswert“, so die einhellige Meinung. Die Gruppe zum Thema „Neue Wohnkonzepte für Großwinternheim“ erarbeitete Ideen mit dem Fokus auf behinderten- und altersgerechtes Wohnen sowie ökologisches Bauen. Rund um das Thema „Bestehende Gebäude und Flächen nutzen“ wurde auf die Bewahrung des alten Ortskerns verwiesen und über die Umsiedlung von Gewerbebetrieben nachgedacht, um im Zentrum Wohnraum zu schaffen. Unter der Moderation von Kristina Oldenburg wurden im Plenum die unterschiedlichen Vorschläge teils kontrovers diskutiert. Auch die Umfunktionierung des alten Bürgerhauses, zum Beispiel als Mehrgenerationenhaus, kam wiederholt zur Sprache und wurde vom Team von Kokonsult aufmerksam notiert.

Ortsvorsteher Christian Lebert ergriff am Ende der Diskussion das Wort und dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement. Er stehe im engen Austausch mit der Stadtverwaltung und wolle Sorge dafür tragen, dass die vorgetragenen Wünsche und Vorschläge der Beteiligten nicht vergessen werden. Bei einem gemütlichen Ausklang wurden weitere Diskussionen geführt.

Bild: Lebhafte Diskussion rund um das Thema Wohnen in Großwinternheim. Foto: Stadtverwaltung Ingelheim/dtg
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