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Ein Stapel Tageszeitungen

Neuer Schiedsmann für Ingelheim: Frank Rothgerber

Sehr häufig werden bei Streitigkeiten in kleineren Angelegenheiten die Gerichte angerufen, ohne dass vorher untereinander der Versuch einer außergerichtlichen Schlichtung unternommen wurde. Am Ende stehen nach einem solchen Verfahren, neben dem Rechtsstreit, meist gescheiterte nachbarschaftliche Beziehungen und, für den Unterlegenen, hohen Gerichtskosten. Hier bietet die Schiedsamtsordnung des Landes Rheinland-Pfalz die Möglichkeit einer Streitschlichtung durch örtlich zuständige Schiedspersonen.

Die Stadtverwaltung Ingelheim hat Schiedspersonen für drei Bezirke. Nach zehn Jahren legte jetzt Siegfried Orzeszko sein Amt als Schiedsmann nieder und übergab den Stab an Frank Rothgerber. Orzeszko kann aus dem Kopf nicht sagen, mit wie viel Fällen er in seiner Amtszeit betraut wurde. „Viele Fälle lassen sich vorab bei einem Tür-Angel-Gespräch lösen“, bekräftigt der scheidende Schiedsmann. Finden die Parteien zu keiner Lösung, wird vom Schiedsmann ein förmliches Schiedsverfahren eröffnet. Hier treffen sich die betroffenen Personen zwar nicht vor Gericht, aber in einem Büro der Schiedsperson. Scheitert hier der Schlichtungsversuch, kann ein Gericht belangt werden. „Oft sind es Nachbarschaftsstreitigkeiten, die schon lange gären. Sei es, wenn der gesetzliche Pflanzabstand nicht eingehalten wurde oder andere kleine Angelegenheiten“, so Orzeszko. Hier heißt es für den Schiedsmann, Perspektiven aufzuzeigen und eine Lösung zu finden, mit der beide Parteien einverstanden sind. „Das schönste Erlebnis für mich war, dass verstrittene Nachbarn nach einem Gespräch gemeinsam in das Haus gegangen sind und sich dabei freundlich unterhielten“, fügte Orzeszko hinzu. Für sich privat hat der scheidende Schiedsmann in seiner Amtszeit viel gelernt. So habe er gelernt, gerade bei Nachbarschaftsangelegenheiten, vieles einfach hinzunehmen und sich an die vorgeschriebenen Gesetze zu halten. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde dankte Oberbürgermeister Ralf Claus Siegfried Orzeszko für seinen Einsatz und für die Ausübung eines Amtes, das man mögen muss. Gleichzeitig begrüßte er den neuen Schiedsmann für den Bezirk I, zu dem nördlich der Bahnlinie die Stadtteile West, Frei-Weinheim, Sporkenheim und Im Blumengarten gehören. Für Frank Rothgerber, der bereits jahrelang im Ingelheimer Stadtrat aktiv war und für seinen 30-jährigen Dienst als Schöffe die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz erhalten hat, war es eine persönliche Entscheidung als Schiedsmann zu fungieren. Direkt nach seiner Ernennung Ende Oktober wurde er in seiner Funktion das 

erste Mal kontaktiert. „Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen“, verriet Rothgerber. Denn seine Schulung ist erst im Februar, aber sein Vorgänger steht ihm mit Rat und Tat zur Seite.Was braucht man, um eine Schiedsperson zu werden? „Einen gesunden Menschenverstand, gute Nerven du Fingerspitzengefühl“, ergänz Christine Zanner, Direktorin des Binger Amtsgerichts. Nähere Informationen zu den Ingelheimer Schiedspersonen finden Interessierte auf der städtischen Internetseite unter www. ingelheim.de unter der Stichwortsuche A-Z.

Bild: v.l.n.r. Christine Zanner, Direktorin des Amtsgerichtes Bingen überreicht Frank Rothgerber seine Urkunde als Schiedsperson für Ingelheim. Sein Vorgänger Siegfried Orzeszko erhielt für die letzten zehn Jahre Dank von Oberbürgermeister Ralf Claus. Foto: Stadtverwaltung/dtg
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